Trennungsangst im Kindesalter - Ganzheitliche Psychotherapie in Mannheim

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Trennungsangst im Kindesalter
Eine Störung mit Trennungsangst soll nach ICD-10 nur dann diagnostiziert werden, wenn die Furcht vor Trennung den Kern der Angst darstellt und wenn eine solche Angst erstmals während der frühen Kindheit auftrat. Sie unterscheidet sich von normaler Trennungsangst durch eine unübliche Ausprägung, eine abnorme Dauer über die typische Altersstufe hinaus und durch deutliche Probleme in sozialen Funktionen.
 
A. Mindestens drei der folgenden Merkmale  
1. unrealistische und anhaltende Besorgnis über ein mögliches Unheil, das der Hauptbezugsperson zustoßen könnte oder den möglichen Verlust solcher Personen (z.B. Furcht, dass sie weg gehen und nicht wieder kommen könnten oder dass das Kind sie nie mehr wiedersehen wird) oder anhaltende Sorge um den Tod von Bezugspersonen
2. unrealistische und anhaltende Besorgnis, dass ein unglückliches Ereignis das Kind von einer Hauptbezugsperson trennen werde (z.B., dass das Kind verloren gehen, gekidnappt, ins Krankenhaus gebracht oder getötet werden könnte);
3. andauernde Abneigung oder Verweigerung die Schule zu besuchen aus Angst vor Trennung von einer Hauptbezugsperson oder um zuhause zu bleiben (weniger aus anderen Gründen, z.B. Angst vor bestimmten Ereignissen in der Schule);
4. Trennungsschwierigkeiten am Abend, erkennbar an einem der folgenden Merkmale:
a. anhaltende Abneigung oder Weigerung, Schlafen zu gehen, ohne dass eine Hauptbezugsperson dabei oder in der Nähe ist;
b. häufiges Aufstehen nachts, um die Anwesenheit der Bezugsperson zu überprüfen oder bei ihr zu schlafen;
c. anhaltende Abneigung oder Weigerung, auswärts zu schlafen.
5. anhaltende, unangemessene Angst davor, allein oder tagsüber ohne eine Hauptbezugsperson zu Hause zu sein;
6. wiederholte Alpträume zu Trennungsthemen;
7. wiederholtes Auftreten somatischer Symptome (Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Erbrechen) bei Gelegenheiten, die mit einer Trennung von einer Hauptbezugsperson verbunden sind, wie beim Verlassen des Hauses, um zur Schule zu gehen oder bei anderen Gelegenheiten, die mit einer Trennung verbunden sind (Urlaub, Ferienlager);
8. extremes und wiederholtes Leiden in Erwartung, während oder unmittelbar nach der Trennung von einer Hauptbezugsperson (es zeigt sich in Angst, Schreien, Wutausbrüchen; in der anhaltenden Weigerung, von zuhause wegzugehen; in dem intensiven Bedürfnis, mit den Eltern zu reden oder in dem Wunsch nach Hause zurückzukehren, in Unglücklichsein, Apathie oder sozialem Rückzug).
 
B. Fehlen einer generalisierten Angststörung des Kindesalters (F93.80).  
C. Beginn vor dem sechsten Lebensjahr.
D. Die Störung tritt nicht im Rahmen einer umfassenden Störung der Emotionen, des Sozialverhaltens oder der Persönlichkeit auf oder bei einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung, einer psychotischen Störung oder einer substanzbedingten Störung.
E. Dauer mindestens vier Wochen.

Quelle:
Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification (ICD-10-GM)
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