Depressionen Ernaehrung - Ganzheitliche Psychotherapie in Mannheim

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Depressionen und Ernährung
Im Folgenden werden wesentliche Vitamine, Mineralstoffe und Mikronährstoffe vorgestellt, die als Mangelerscheinungen und somit bei der Behandlung von Depressionen in Frage kommen:
Magnesium
Magnesium ist ein wichtiger „Antistress-Mikronährstoff“, der bei  vielen psychovegetativ bedingten Beschwerden erfolgreich eingesetzt  werden kann. Zu den Symptomen eines Magnesiummangels gehören auch  Depressionen. Magnesiumionen sind natürliche Antagonisten an den  NMDA-Rezeptoren. Es gibt zunehmend wissenschaftliche Hinweise, dass die  glutamaterge Neurotransmission via NMDA-Rezeptoren auch an der  Pathophysiologie der Depressionen beteiligt ist. Magnesium kann auch die
Ausschüttung von ACTH vermindern, das bekanntlich vermehrt bei Stresssituationen freigesetzt wird.
Selen
Selen ist ein wichtiges Spurenelement im Hirnstoffwechsel, was man  u.a. daran erkennen kann, dass die Selenkonzentration im ZNS auch dann  aufrecht erhalten wird, wenn es bereits zu einem Selenmangel in den  peripheren Organen gekommen ist. Ein niedriger Selenstatus hat einen  negativen Effekt auf die Psyche und kann mit einem vermehrten Auftreten  von Depressionen und anderen psychischen Symptomen einhergehen. Es  konnte auch nachgewiesen werden, dass eine Selensupplementierung einen  positiven Effekt auf Psyche und Wohlbefinden hat, vor allem bei einem  niedrigen Selenstatus.
Zink
Bei der depressiven Episode ist häufig ein Zinkmangel nachweisbar;  außerdem korreliert der Schweregrad der Depression mit der  Zinkkonzentration im Blutserum. Zink ist ein bedeutendes Spurenelement  im Hirnstoffwechsel und wird für die Aktivität der Rezeptoren von GABA,  Glycin und Glutaminsäure benötigt. Zink ist, ähnlich wie Magnesium, ein  direkter Antagonist der NMDA-Rezeptoren, was teilweise seine  antidepressive Aktivität erklären dürfte. Zink verstärkt auch die  Bildung von BDNF (Brain derived neurotrophic factor), einem wichtigen  Wachstumsfaktor der Nervenzellen. Es ist bekannt, dass antidepressive  Substanzen meistens einen Anstieg von BDNF bewirken, der zur  Stimmungsaufhellung beiträgt.
Die bei depressiven Patienten  nachweisbaren niedrigen Zinkkonzentrationen dürften auch wesentlich zu  der bekannten Immunschwäche beitragen.
Kupfer
Bei depressiven Patienten lassen sich oftmals erhöhte  Kupferkonzentrationen im Blutserum feststellen, die aber nicht als  echter Kupferüberschuss zu bewerten sind. Vielmehr sind sie Merkmal  einer Akutphasenreaktion, die typischerweise bei einer erhöhten  Entzündungsaktivität auftritt. Ein ausgeprägter Kupfermangel kann zu  Depressionen führen, da Kupfer an der Katecholaminbiosynthese beteiligt  ist.
Eisen
Niedrige Ferritinkonzentrationen können zu den Symptomen einer  Depression führen, noch bevor eine Anämie nachgewiesen werden kann.  Eisen ist für die Dopaminsynthese erforderlich. Ein Eisenmangel kann  deshalb zu Müdigkeit, verminderter Hirnleistungsfähigkeit, Erschöpfung,  depressiver Verstimmung etc. führen. Auch sehr hohe  Ferritinkonzentrationen können eine Verschlechterung der Stimmungslage  bewirken.
Vitamin B1
Nervenzellen decken ihren Energiebedarf ganz überwiegend durch den  oxidativen Abbau von Kohlenhydraten, weshalb Vitamin B1 für die  Energieversorgung der Nervenzellen von zentraler Bedeutung ist. Vitamin  B1 ist auch an der Reizübertragung und –leitung beteiligt und wird für  den Stoffwechsel der Neurotransmitter Serotonin, Acetylcholin, Glutamat  und GABA benötigt. In verschiedenen placebokontrollierten  Doppelblindstudien konnte nachgewiesen werden, dass eine  Vitamin-B1-Supplementierung auch dann zu einer Besserung der psychischen  Befindlichkeit führte, wenn noch kein Vitamin-B1-Mangel nachweisbar  war. Die Versuchsteilnehmer berichteten über vermehrte Energie sowie  bessere Konzentrationsfähigkeit und mehr Klarheit.
Vitamin B2
Trizyklische Antidepressiva und Neuroleptika stören den Stoffwechsel  von Vitamin B2 und erhöhen den Bedarf an diesem Vitamin. Flavinenzyme  sind außerdem am Metabolismus der Folsäure und des Vitamins B6  beteiligt. Eine Supplementierung von Vitamin B2 ist deshalb manchmal für  eine effektive Homocystein-Senkung erforderlich.
Folsäure
Zahlreiche Studien in den letzten Jahrzehnten haben eine erhöhte  Inzidenz eines Folsäuremangels bei depressiven Patienten nachgewiesen.  Rund ein Drittel der untersuchten Patienten zeigten einen  Folsäuremangel. Eine im Jahr 2004 publizierte Metaanalyse der  Universität Oxford über den Nutzen einer Folsäuretherapie bei der  Behandlung von Depressionen kam zu dem Schluss, dass dieses Vitamin ein  wirksames Adjuvans zur antidepressiven Therapie darstellt.

Bei  einem Folsäuremangel sinkt die Verfügbarkeit von Serotonin im ZNS. Ein  Mangel an Folsäure und Vitamin B12 stören SAM-abhängige  Methylierungsreaktionen und erhöhen das neurotoxische Homocystein. Das  Auftreten depressiver Symptome ist häufig mit erhöhten  Homocystein-Konzentrationen im Blut assoziiert, was in verschiedenen  großen Studien, z.B. der „Hordaland Homocysteine Study“, nachgewiesen  werden konnte. Derzeit ist aber noch keine verbindliche Aussage darüber  möglich, ob eine Hyperhomocysteinämie kausal am Zustandekommen von  Depressionen beteiligt ist. Jedenfalls ist die Folsäure das wichtigste  Vitamin zur Senkung erhöhter Homocystein-Konzentrationen.

Mehrfach  wurde nachgewiesen, dass die Wirksamkeit von  Serotonin-Wiederaufnahmehemmern bei einem Folsäuremangel erheblich  vermindert sein kann. Deshalb sollte bei einer Therapie mit diesen  Psychopharmaka auch Folsäure supplementiert werden.
Vitamin B12
Rund 30 Prozent der Patienten mit Depressionen, die stationär  behandelt wurden, hatten einen Vitamin-B12-Mangel. Bei älteren Menschen  besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen der  Vitamin-B12-Konzentration und dem Risiko für Depressionen. Defizitäre  oder suboptimale Vitamin-B12-Konzentrationen sind bei Senioren sehr  häufig, da die Vitamin-B12-Resorption sehr komplex und deshalb  störanfällig ist. Vitamin B12 wird, genauso wie Folsäure, für die  Bildung von SAM benötigt. Insbesondere bei älteren Patienten sollte die  Vitamin-B12-Konzentration bestimmt werden, da ggf. durch eine Therapie  eine deutliche Verbesserung sowohl ihrer Hirnleistungsfähigkeit als auch  ihrer psychischen Befindlichkeit erreicht werden kann.
Vitamin B6
Verschiedentlich konnte bei Depressionen ein Vitamin-B6-Mangel  festgestellt werden. Vitamin B6 ist eines der wichtigsten Vitamine im  Neurotransmitter-Metabolismus und für die Bildung von Serotonin,  Noradrenalin, Glutamat und GABA erforderlich. Deshalb müsste man  eigentlich davon ausgehen, dass eine Vitamin-B6-Therapie einen  erheblichen Einfluss auf Depressionen hat. Dies konnte allerdings in  klinischen Studien nicht verbindlich nachgewiesen werden. Sehr gut  wirksam ist eine Vitamin-B6-Supplementierung bei depressiven  Verstimmungszuständen im Rahmen eines prämenstruellen Syndroms.
Vitamin B6 gehört neben Folsäure und Vitamin B12 zu der Standard-Dreier-Kombination zur Senkung erhöhter Homocystein-Spiegel.
Vitamin C
Vitamin C ist erforderlich für die Biosynthese von Neurotransmittern,  z.B. für die Umwandlung von Tryptophan in 5-Hydroxy-Tryptophan oder die  Hydroxylierung von Dopamin zu Noradrenalin. Eine weitere für die  Stimmung und Stressbewältigung relevante Funktione von Vitamin C ist  seine Beteiligung an der Synthese verschiedener Neuropeptide (z.B. CRH,  TRH) und der Glucokortikoide. Vitamin C spielt auch eine wichtige Rolle  im Folsäuremetabolismus, weil es für die Aktivierung von Folsäure zu  Tetrahydrofolsäure benötigt wird. Aus o.g. geht klar hervor, dass  Vitamin C in der Prävention und Therapie depressiver Erkrankungen eine  wichtige Rolle spielt. In einer älteren Studie aus Großbritannien wurde  eine Vitamin-C-Supplementierung von 1 g pro Tag mit gutem Erfolg bei  psychiatrischen Patienten eingesetzt. Die depressive Episode (major  depression) ist mit oxidativem Stress assoziiert. Bei depressiven  Patienten wurden erhöhte Malondialdehyd-Spiegel im Blutplasma  nachgewiesen, außerdem eine verstärkte Oxidationsneigung der  Erythrozyten. Daraus ergibt sich ein vermehrter Bedarf an Antioxidantien  bei depressiven Patienten. Vitamin C ist auch wichtig für den  Endothelzellschutz und verbessert die Immunkompetenz.
Vitamin D
Bei Vitamin D wurden in den letzten Jahren zahlreiche neue  biochemische Funktionen entdeckt, so dass seine Bedeutung jetzt weit  über die eines „Knochenvitamins“ hinausgeht. Es ist ein weit  verbreitetes und vielseitiges Regulatormolekül; auch im Gehirn wurden  Vitamin-D-Rezeptoren nachgewiesen, wobei die Funktionen des Vitamin D im  Nervenstoffwechsel noch nicht völlig geklärt sind. Es dürfte aber eine  wichtige Aufgabe für die Bildung von Nervenwachstumsfaktoren haben. In  den letzten Jahren hat sich auch herausgestellt, dass der  Vitamin-D-Mangel besonders in den Wintermonaten und in den Ländern der  Nordhalbkugel epidemieartige Ausmaße annimmt. Bei älteren Menschen sind  die Vitamin-D-Konzentrationen oft sehr niedrig, was neben einem erhöhten  Osteoporose- und Sturzrisiko auch zu einer verschlechterten Stimmung  und zu Hirnleistungsstörungen führen kann. Es gibt auch Hinweise aus  einigen Studien, dass eine Vitamin-D-Supplementierung bei der  Winterdepression von Nutzen ist. In Blutanalysen lassen sich sehr häufig  niedrige Vitamin-D-Konzentrationen nachweisen. Bei den wenigsten  Patienten liegt die Konzentration von 25-Hydroxy-Cholecalceferol in dem  präventiv sinnvollen Bereich zwischen 30 und 40 ng/ ml.
Tryptophan
Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure und gleichzeitig die  Aminosäure, die in Nahrungsmitteln am seltensten enthalten ist. Sie ist  Vorläufermolekül des Neurotransmitters Serotonin und des  Epiphysenhormons Melatonin. Serotonin entfaltet über verschiedene  Rezeptortypen ganz unterschiedliche Effekte: Zu seinen wichtigsten  Funktionen gehört sicherlich die Regulierung von Stimmung und  psychischer Befindlichkeit. Die Tryptophankonzentration im Gehirn  bestimmt darüber, wie viel Serotonin gebildet werden kann. Das Enzym  Tryptophan-Hydroxylase katalysiert den ersten Schritt der  Serotoninbildung aus Tryptophan. Dieses Enzym ist bei normalen  Tryptophankonzentrationen nicht gesättigt, so dass ein vermehrtes  Tryptophanangebot schnell zu einer verstärkten Serotoninsynthese führt.  Entsprechend führt auch eine Einschränkung der Tryptophanzufuhr rasch zu  einer Verminderung der Serotoninkonzentration im Gehirn. Dieser Effekt  wurde bereits vielfach in so genannten Monoamin-Depletionsstudien  untersucht, in denen Patienten oder Versuchspersonen ein  tryptophanfreies Eiweißgetränk verabreicht wurde. Eine im April 2007 von  der Universität Amsterdam publizierte Metaanalyse über diese Studien  kam zu dem Ergebnis, dass eine Trypotophandepletion zu einer  Stimmungsverschlechterung bei Personen führte, bei denen eine familiäre  Belastung mit depressiven Episoden vorlag. Außerdem kam es zu einer  Stimmungsverschlechterung bei depressiven Patienten in der  Remissionsphase ihrer Erkrankung.

Die Anhebung der  Serotoninkonzentration durch eine Tryptophansupplementierung (3 x 1 g)  zeigte in einer kanadischen Studie deutliche psychische Effekte bei  „streitsüchtigen“ Versuchspersonen. Es kam nicht nur zu einer  Verminderung der Streitsucht, sondern auch zu einer Zunahme sozial  wünschenswerter Verhaltensweisen. Eine Therapie mit Tryptophan kann bei  leichten und mittelschweren Depressionen hilfreich sein, wobei  Tryptophan aber nicht mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern kombiniert  werden sollte. Wie schon erwähnt, haben depressive Patienten meist eine  proinflammatorische Reaktionslage, wodurch der Tryptophanabbau  beschleunigt ist, was wiederum den Bedarf an dieser Aminosäure erhöht.

Phenylalanin/ Tyrosin
Tyrosin ist die Ausgangssubstanz für die Bildung der Katecholamine.  Auch das noradrenerge System kann an der Entstehung von Depressionen  beteiligt sein. Eine experimentelle Tyrosin-Depletion führte, ähnlich  wie bei Trypophan, zu einer Stimmungsverschlechterung bei Personen mit  einer familären Belastung mit depressiven Episoden. Über eine  Phenylalanin-Tyrosin-Supplementierung liegen aber viel weniger Daten vor  als über eine solche mit Tryptophan. Eine Tyrosinsupplementierung  dürfte hauptsächlich bei Stress-Depressionen in Frage kommen oder bei  Erschöpfungszuständen, die mit depressiven Symptomen vergesellschaftet  sind.
S-Adenosyl-Methionin (SAM)
SAM ist an der Synthese wichtiger Bausteine des Hirnstoffwechsels wie  Neurotransmitter und Phospholipide beteiligt. Eine tägliche orale  Verabreichung von 4 x 400 mg führte in klinischen Studien bei Patienten  mit Depressionen zu einer deutlichen Verbesserung der depressiven  Symptomatik.
Andere Mikronährstoffe
Im Einzelfall können bei der Behandlung depressiver Erkrankungen auch  noch andere Mikronährstoffe in Frage kommen, besonders  Omega-3-Fettsäuren, Phosphatidylserin, Coenzym Q10 etc.

Quellen:
Wikipedia
Donner, S.: UGB-FORUM 5/05, S. 245-248
CO`MED Nr. 10 - 2007; Autor: Dr. med. Hans-Günter Kugler
Ghosh A.K., Joshi S.R.: Disorders of calcium, phosphorus and magnesium metabolism. J Assoc Physicians India. 2008 (56): S. 613-621
Journal für Mikronährstoff-Forschung online www.jmnf.org
Schlebusch L. et al.: The effects of an oral multivitamin mineral combination on stress. S Afr Med J. 2000 (12): S. 1216-1223

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